Worte zu den Ausstellungen
auf Patmos und in Bremen

Ecumenical Patriarchate Patriarchical Exarchate of Patmos
It is a general and unquestionable observation that every event which contributes to the communication of all people united in the faith in our Lord Jesus Christ gives deep intellectual joy to every true Christian. This joy is the bigger when the reason for this event is the mystical island Patmos with its century-long intellectual tradition and its contribution to the clerical history and culture.

This tradition takes shape on the island of the evangelist John: tangible evidence is the cave where the sacred book was written but also the famous sacred cloister of the great theologian which keeps to a grave historical and cultural heritage which has now become a common property of the complete mankind.

All this creates a particularly mystical atmosphere on Patmos which at times inspired artists. Especially representatives of the forming arts have tried with faith and divine vision to depict this beautiful atmosphere by means of their brushes; an atmosphere the island reveals to everybody who has a gift for the mystical voices of the Holy Ghost. But each of them uses his personal talent and makes an illustration of what inspired him out of a different viewpoint; so every new approach seems interesting.

The Orthodox hagiographic tradition surely corresponds to other dogmatic principles than those artistic works of the Roman Catholic church, which is of West-European descent and whose aesthetic sources can be found in the Age of Reason. Each of these art forms dates from different dogmatic traditions and even their purpose is different: the Orthodox hagiography aims strictly at the pictorial representation of the orthodox dogmas while the western religious art has the free expression of the religious feelings of the artist as its aim. The former has developed a style and techniques of its own, the latter follows naturalistic principles of the secular art.

As is now known for decades, remarkable exponents of the Orthodox hagiography adorn church rooms of the Roman Catholic church and convey the aesthetics of a devout and moving character to the Christians in Western Europe. Thus a mutual understanding of two painting traditions is actually promoted; and in this context the works by Uwe Appold - risen from religious inspiration - are appreciated and respected.

We wellcome sincerely the exhibition of the mentioned artist and wish him for the reasons mentioned above that he stimulates by his paintings each of the spectators to pray and to praise the only actual artist, our God of the holy Trinity.
The Holy Autocrat/Patriarchate/Stavropigi-Monastery of Holy John,
the theologian and evangelist

Quote:
Archimandrit Antipas
Abbot and Exarch of the patriarchate of Patmos


Der Weg eines Schleswig-Holsteiners zu den Ursprüngen Europas
Uwe Appold ist Schleswig-Holsteiner. Jenseits der Elbe in Wilhelmshaven geboren, erfuhr er seine künstlerische Ausbildung in Flensburg; dort - und im benachbarten Museumsdorf Unewatt - lebt und arbeitet er. Uwe Appold zählt zu jenen Künstlern, die die frühe, Jahrhunderte lange Tradition der Bildhauerei in Schleswig-Holstein im 20. Jahrhundert wiederbelebten. Zahlreiche monumentale Arbeiten im öffentlichen Raum und in verschiedenen Sammlungen unseres Landes geben Beispiele seines plastischen Schaffens. Namhafte Aufträge aus dem Ausland sind Belege für die internationale Anerkenung, die seine Arbeit findet. Uwe Appold ist in der Öffentlichkeit durch seine Plastiken bekannt geworden. Viele Menschen sind überrascht, der Vielfalt seines malerischen Werkes zu begegnen. Doch Uwe Appold ist immer auch Maler geblieben, der seine intimen Empfindungen und persönlichen Gedanken auf diese Weise künstlerisch äußert.

Fünf Jahre lang setzte sich Uwe Appold mit dem biblischen Text der Offenbarung des Johannes auseinander. Fünf weitere Jahre arbeitete er an der Umsetzung der Apokalypse. Ähnlich der Abgeschiedenheit des Johannes, der in der Isolation auf Patmos die Offenbarung empfing und notierte, schuf Appold in der Abgeschiedenheit seines dörflichen Ateliers eine Folge von 39 großformatigen Bildern, die einem künstlerischen Glaubensbekenntnis gleich kommen. Komponiert aus Acryl, Sand, Textil, Holz oder Metall, entstanden fast plastische Reliefbilder, die sein ganzes malerisches und bildhauerisches Können vereinen. Formal erscheinen die Bilder abstrakt, doch sie sind stets konkret in ihrem Bezug, eindeutig in ihrer Aussage und ergreifend in ihrer Wirkung.
Der monumentale Zyklus der Apokalypse trägt bereits den Charakter eines Lebenswerkes, das Uwe Appold als einen tiefgeistigen Menschen in hoher künstlerischer Verantwortung und Sensibilität kennzeichnet. Sein Werk ist geeignet, eine Brücke von der Gegenwartskunst zur Religion zu schlagen und die kirchliche Kunst zu aktualisieren. Mit einer zeitgemäßen und adäquaten Präsentation in den Stationen Patmos, Bremen und Brüssel kann diese Ausstellung öffentlichen Raum mit kirchlicher Einkehr verbinden. Ich hoffe, dass den genannten Stationen auch ein Ort in Schleswig-Holstein folgen wird.

Ich freue mich, dass das mutige Engagement des Schleswig-Holsteiners Uwe Appold von den drei großen christlichen Konfessionen gleichermaßen angenommen und von den Repräsentanten der evangelischen, katholischen wie der orthodoxen Kirche gewürdigt wird. Uwe Appolds eindringliche Vision der Apokalypse berührt auch mich in meiner politischen Verantwortung. Sie ruft die unheilvollen Ereignisse der Gegenwart in Erinnerung, die den Wunsch nach einem Gericht der vollkommenen und globalen Gerechtigkeit stimulieren; Gerechtigkeit braucht Frieden.

Und Uwe Appold lenkt mit seiner Apokalypse unseren Blick zugleich auf die kulturellen Ursprünge Europas, die von der griechischen Insel Patmos ausgehen. Ihr Wirken bis zur Gegenwart vollzieht die vorliegende Ausstellung inhaltlich und topografisch nach. Auf ihrem Weg kündet die Ausstellung von der künstlerischen Leistungsfähigeit, der Gewissenhaftigkeit und der europäischen Gesinnung der Menschen unseres Landes. Ich wünsche Uwe Appold und seinen Werken die gebührende Aufmerksamkeit und ökumenische Aufgeschlossenheit!

Zitat:
Heide Simonis
Ministerpräsidentin des Landes Schleswig-Holstein


Kunst ist die Offenbarung der Seele
Gottes Heilige Gnade hat Patmos besonders bevorzugt. Die Verbannung auf die Insel des geliebten Schülers von Jesus, Johannes aus Ephesos in Kleinasien, war das Ereignis, durch welches unsere kleine Insel bekannt wurde. Während seines kurzzeitigen Aufenthalts auf Patmos hat er die berühmte "Apokalypse", das letzte Buch des Neuen Testaments, geschrieben.

Seit etwa zweitausend Jahren beschäftigt dieser Text noch immer die Menschheit. Doch auch die Kunst beteiligt sich bis heute an diesem Diskurs, auf ihre eigene Art und Weise, durch ihre einzigartige Sprache, die sich an die innere Empfindung des Menschen richtet, versucht sie ihrerseits zu "interpretieren" und ihre Antworten zu geben.
Kunst ist die Offenbarung der Seele. Patmos eignet sich als geistiger Ort, in dem die Kultur die passende Atmosphäre findet, um sich auszudrücken, aber auch Menschen, deren Seelenaugen weit geöffnet sind, so dass sie mit dem Künstler mittels seines Werks kommunizieren.
Wir glauben, dass wir die geeigneten Bedingungen für die Kultur schaffen müssen, und in diese Richtung haben wir in den letzten Jahren gearbeitet, durch die Förderung der bildenden Künste mit Ausstellungen, der Musik durch Konzerte und das Festival Religiöser Musik jedes Jahr im September, des Theaters, sowie aller anderen Ausdrucksformen, die auf Patmos Gastfreundschaft und Darstellungsräume finden.

Es ist uns eine große Ehre und Freude, dass Herrn Uwe Appolds darstellende Aussage über die Offenbarung auf Patmos gezeigt wird. Aus Nordeuropa und Deutschland zum Mittelmeer, nach Griechenland, nach Patmos - eine Insel, die manch' einer als Jerusalem der Ägäis bezeichnete.
Wir glauben, dass die Ausstellung der Werke von Herrn Uwe Appold auf Patmos zu einem wichtigen Kunstereignis wird. Seine Bilder über die Offenbarung, von denen wir bereits durch Internetseiten einen Vorgeschmack bekommen haben, werden einen hervorragenden Platz im "virtuellen" Weltkunstmuseum mit der Thematik aus der Offenbarung Johannes einnehmen, das über die Jahrhunderte hinweg mit neuen Exponaten bereichert wird.

Die Persönlichkeit des Künstlers, die Anerkennung die er im internationalen Terrain der bildenden Kunst genießt, aber vor allem die Vertiefung in das gleichnamige Buch der "Apokalypse", die er geleistet hat, sowie der Ausdruck seiner Erlebnisse und Visonen durch seinen Pinsel garantieren den Erfolg dieser Veranstaltung - den auch wir aus ganzem Herzen wünschen.

Zitat:
Matthäos Melianos
Bürgermeister von Patmos

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